Werder und wir zu Gast in Würzburg

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Wir sind zurück aus dem Süden. Es fühlte sich an wie Sommerurlaub am Mittelmeer. Zumindest temperaturtechnisch. Aber wir waren „nur“ am Main. Im schönen Würzburg. Bei muckeligen 40 Grad im Schatten. In Würzburg haben wir Freunde, die wir immer gerne besuchen. Und nach Würzburg musste am vergangenen Wochenende auch unser Lieblingsverein Werder Bremen. Das DFB-Pokal-Spiel gegen die Würzburger Kickers stand an. Beides ließ sich für uns hervorragend verbinden.

Also sind wir am Freitag Morgen bei vorzeigemäßigem Bremer Schiettwetter rein ins Auto und los. Kaum haben wir Bremen verlassen, stoppte der Regen und die Sonne brutzelte auf unsere rote Familienschleuder. Je weiter wir Richtung Süddeutschland kamen, desto roter wurde es auf der Landkarte und in unseren Gesichtern. Kurz vor Würzburg meldete unsere Temperaturanzeige im Auto 40,5 Grad. Wir mussten bekloppt sein…

TachoanzeigeBei unserer Ankunft am Nachmittag war es draußen kaum auszuhalten. So eine Hitze bin ich Nordlicht nicht gewohnt. Den Kindern schien es hingegen weniger auszumachen. Sie düsten rum wie immer… Verrückt. Wir Erwachsenen beschränkten unsere körperlichen Tätigkeiten jedoch auf das Heben von Weingläsern. Denn leckeren Wein gibt es in Würzburg zu hauf. Unsere Freunde haben ihre Wohnung so schön gelegen, dass man von dort einen fabelhaften Blick auf den Main, einen Weinberg und die Festung Marienberg hat. Abends ließ es sich auf der Terrasse mit diesem Ausblick und einem leckeren Getränk recht gut aushalten.
Festung MarienbergFür Samstag waren ebenfalls hochsommerliche Temperaturen angesagt und wir hatten etwas Bammel vor unserem Besuch im Würzburger Stadion, das sich Flyeralarm Arena nennt.

Am Vormittag haben wir uns erstmal in unserem Lieblinsgscafé gestärkt. Vom „Wunschlos glücklich“ habe ich euch hier schon einmal vorgeschwärmt. Leider konnte ich bei der Hitze nicht so viel essen, wie ich gerne gewollt hätte…

Frühstück im Wunschlos glücklichIm Stadion wurde es nicht so schlimm wie befürchtet. Wir haben uns vorher in der Stadt noch Sprühflaschen gekauft und diese mit Wasser befüllt. Das sorgte für angenehme Erfrischung. Außerdem hatten wir jede Menge Wasser zu trinken dabei. Da wir unsere Mädels mit ins Stadion genommen haben, hatten wir beim Einlass keine Probleme und durften alle Flaschen und Behälter mit rein nehmen. „Das ist für die Kinder, nech?!“ Klar! So waren wir auch nicht von der Wasserknappheit betroffen, die schon nach 10 Min. im Gästeblock herrschte. Jedenfalls auf der Männertoilette. Ein ungewohntes Bild, dass Männer an der Frauentoilette in einer Warteschlange stehen. Aber da gab es nunmal noch Wasser. (In der zweiten Halbzeit war dieses Problem zum Glück behoben). Ohne einen nassen Hut und/oder die Sprühflaschen hätten wir den Nachmittag nicht so gut überstanden. Wir haben uns hinter den Rängen im Schatten aufgehalten. Dort konnten die Mädels etwas rumlaufen und haben uns mit den Sprühflaschen nass und glücklich gemacht. Dadurch haben wir nicht ganz so viel vom Fußballspiel gesehen, sondern nur gehört… Schattiges Plätzchen war für uns aber die bessere Alternative.

flyeralarm Arena Werder gegen Würzburg MädelsDie Stimmung der ca. 9000 Fußballfans hätte besser sein können. Einerseits waren viele Werder-Fans sauer wegen der Wasser- und Getränkeknappheit. Die unalkoholischen Getränke am Getränkestand wurden nämlich ebenfalls knapp. Andererseits war das Spiel ziemlich lahm. Aber ich konnte es den Fußballern nicht übel nehmen, dass sie sich bei dem heißen Wetter körperlich nicht völlig verausgaben (wollen oder können). Die Würzburger Fans waren mit der Schiri-Leistung nicht einverstanden. Zurecht wie ich hinterher las. Werder hatte eine ordentliche Portion Glück, dass den Würzburgern z.B. ein Tor nicht anerkannt wurde.

Wir fieberten dem Ende des Spiels herbei und standen gedanklich schon mit einem Bein im Wasser des Freibades. Das Freibad liegt praktischerweise genau gegenüber vom Stadion. Aber wir mussten noch weitere 30 Minuten Verlängerung schwitzen. Dann hätte ich wiederum Bock auf Elfmeterschießen gehabt 😉 Als wir uns in der Verlängerung unser erstes Stadionbierchen gönnten, schoss Werder endlich das 1:0. Wir Trottel. Hätten wir uns mal eher schon ein Bier geholt. Erstaunlich, dass das immer wieder funktioniert. Bier holen oder auf Toilette gehen.

Schwups. 2:0 hinterher. Der Drops war gelutscht.

AnzeigetafelDanach fix rüber ins Freibad. Das war herrlich! Das Dallenbergbad in Würzburg ist ein großer Park mit mehreren Schwimmbecken. Sehr großflächig und richtig schön. Dort war es mehr als gut auszuhalten.

Deswegen sind wir am Sonntag vor unserer Abreise genau dort wieder hingefahren. Noch eine Runde geplanscht und gerutscht und dann ging es wieder Richtung Bremen. Gegen 16 Uhr sind wir abgereist und nach unglaublichen 7 Stunden (!) sind wir endlich zu Hause angekommen. Ewig langer Stau sei Dank…

StauIch mag Würzburg. Die Stadt ist schön. Es gibt leckeren Wein und Obazda. Und es ist immer schön, unsere Freunde dort zu besuchen! Aaaaber diese lange Autofahrt…

Wenigstens ratterte die Temperaturanzeige auf dem Rückweg ebenfalls rückwärts. 25 Grad in Bremen. Bbbrrrrr.. Ich friere fast und hole mir mal Wollsocken.

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