Karneval in Köln 2016

Rosenmontag in Köln

Kölle Alaaf! Ein Ereignis, auf das ich mich schon lange gefreut habe! Seit ein paar Jahren ist Rosenmontag in Köln ein fester Termin in meinem Kalender. Als ich vor … ich glaube es ist 6 Jahre her… das erste Mal zum Karneval in meiner Lieblingsstadt war, bin ich dort alleine gewesen. Die Norddeutschen haben es allgemein nicht so mit Karneval und Fasching. Mein Freundeskreis bestätigt das und es ließ sich keiner animieren, mich zu begleiten. Dann eben alleine. Bevor ich mich irgendwann ärgere, dass ich das nicht gemacht habe. Damals bin ich mit dem „Pappnasen-Express“ gefahren.  Dieser Sonderzug startet am frühen Morgen in Hamburg und die Endstation ist Köln. Im Zug wird schon ordentlich gefeiert und ich habe schnell gleichgesinnte Menschen kennengelernt.
Im darauffolgenden Jahr wollte ich am Rosenmontag wieder mit dem Partyzug nach Köln fahren. Der Mann ist zwischenzeitig neugierig geworden und hat mich begleitet. Vermutlich wollte er „nur“ auf mich aufpassen. 🙂 Seit dem ist er ebenfalls von dem bunten Treiben angesteckt und wir fahren jedes Jahr zusammen. Allerdings machen wir es nun komfortabler und nächtigen in einem Hotel. Letztes Jahr haben wir erstmals die Mädels mitgenommen und verbringen mit ihnen gerne ein verlängertes Wochenende in Köln.

So auch wieder am vergangenen Wochenende. Am Samstag sind wir recht spät zu Hause losgekommen und waren deswegen erst gegen 18 Uhr im Hotel. Unser Hotel war im Kölner Stadtteil Marsdorf. Etwa 10 km westlich vom Zentrum. Nicht weit vom Hotel entfernt befindet sich eine S-Bahn-Haltestelle. Mit der Bahn ist man innerhalb von 20 Minuten in der Kölner Innenstadt. Das war für uns perfekt. Mit den Kindern wollten wir nicht mitten im Trubel wohnen – außerdem ist das an Karnevals-Tagen recht teuer.

Auf der Autofahrt sind die Mädels eingeschlafen. Mir geht das auch immer so. Bei diesem gleichmäßigem Geruckel und Geschaukel kann man nur schläfrig werden. Leider war es zur Nickerchenzeit der Kinder schon halb 6. Dadurch wurde es abends spät als die Mädels endlich geschlafen haben. Während der Mann die Mädels ins Bett gebracht hat, habe ich das Schwimmbad des Hotels getestet. Und mich dabei ein bisschen wie ein Fisch im Aquarium gefühlt. Es war ein recht kleines Schwimmbecken. Aber zum rumpaddeln hat es mir gereicht.

Danach habe ich meine eigene Hotel-Testreihe an der Hotelbar fortgesetzt 😉 In Köln trinkt man natürlich Kölsch. Ein großes sollte es für mich sein. Ich musste schmunzeln, als mir ein kleines Glas mit 0,3 l Bier gebracht wurde. Das vergesse ich irgendwie immer wieder.

Die Mädels schliefen zum ersten Mal in richtigen großen Betten. Bzw. Eine schlief in einem Bett, die Schwester auf einer Matratze auf dem Boden. Zu Hause haben sie immernoch ihre Gitterbettchen – ohne Gitter. Das normale Bett war etwas höher als unser Doppelbett und hatte eine dickere und weichere Matratze als zuhause. Das hatte zur Folge, dass das Kind ständig aus seinem Bett gepurzelt ist. Die Nacht war etwas anstrengend, weil meistens alle wach geworden sind, wenn ein Kind runtergekullert ist. Auch, weil sie dann immer auf ihre Schwester in der zweiten Etage auf der Matratze gefallen ist. In der zweiten Nacht haben die Kinder ihre Betten getauscht. Das hat besser geklappt. Und in der dritten Nacht gab es nur noch eine Purzelaktion.

Am Sonntag sind wir raus nach Lövenich gefahren. Wir haben den Tip bekommen, dass dort ein schöner, kleiner Umzug stattfindet. Da wir uns am Montag den Rosenmontagszug anschauen wollten, haben wir uns am Sonntag gegen die großen Schull- un Veddelszüch in der Innenstadt entschieden. In Lövenich war es ganz schön, aber eigentlich hat sich die halbstündige Fahrt dafür nicht richtig gelohnt. Nach 20 Minuten war der Umzug vorbei und wir sind zurück gefahren. Es wurde dort zwar noch eine Feier veranstaltet, aber da wollten wir als Tourist nicht unbedingt hin 😉

Die Mädels haben in Lövenich ordentlich Kamelle abgestaubt. Schokolade, Bonschen, Bälle, Kuscheltiere, Waschmittel,… Ja. Waschmittel wurde auch von einem Wagen geworfen. Es war ein guter Einstieg in das große Karnevals-Treiben.

Leider haben wir nicht so viele Fotos machen können. Kurz nachdem wir zu Hause losgefahren waren, ist uns eingefallen, dass wir die Kamera vergessen haben. Also schnell nochmal umgedreht und die Kamera fix rausgeholt. In Köln ist uns dann erst aufgefallen, dass keine Speicherkarte drin war. Wir Dussel. Zum Glück hatte der Mann noch eine in seinem Rucksack. Auf dieser war allerdings nur Platz für 55 Fotos. Fast wie früher, als man mit einem 36er Film zwei Wochen lang ausgekommen ist 😉

Montag = Rosenmontag. Am Abend vorher haben wir in den Nachrichten gehört, dass z.B. Mainz den Rosenmontagszug wegen einer Unwetterwarnung abgesagt hat. Es sollte stürmen und regnen. Ich drückte alle Daumen, dass Köln nicht auch absagte. Wir sind schließlich hautptsachlich deswegen nach Köln gekommen. Am Morgen sagte Düsseldorf ebenfalls seinen Umzug ab. Wir überlegten kurz, ob wir auch lieber dem Umzug fernbleiben, falls er denn stattfindet.

Rosenmontag in Köln
Aber es blieb bei den Auflagen für den Kölner Zoch. Es waren dieses Mal keine Pferde und keine großen Figuren dabei. An den Tribünen wurden die Dächer abmontiert.

Am Morgen sah es draußen jedenfalls ziemlich finster und windig aus. Aber es blieb dabei. Der Umzug sollte stattfinden. Wir entschieden uns, uns auch auf den Weg zu machen. Und während wir uns aufhübschten und uns in unsere Kostüme schwungen, hörte es auf zu regnen. Ich hab auch eine Weile zum kostümieren gebraucht. Einmal im Jahr zum Karneval klebe ich mir künstliche Wimpern auf. Das ist gar nicht so einfach ohne Übung. Dieses Mal hatte ich blöderweise keinen durchsichtigen, sondern schwarzen Kleber. Da sah man gleich, wie ich gepfuscht habe ;-). Egal. Die Mädels bekamen auch etwas Schminke ins Gesicht und ihre Maus- und Tigercapes über den Kopf. Der Mann schlüpfte wieder in sein Kakerlaken-Kostüm. Fertig.

Als wir rausgingen lugte die Sonne tatsächlich hervor. Danke Petrus!

Rosenmontag in Köln
Es war windig, aber das kennen wir Nordlichter. Davon ließen wir uns nicht abhalten. Auch die paar Regentropfen, die noch runterkamen, waren ok.

Wir kamen pünktlich zum Start in der Innenstadt an und stellten uns an den Hohenzollernring. Die Straße ist breit. Hier standen Tribünen mit Musik und es wurden noch Infos zu den Wagen durchgesagt. Der Umzug war toll! Es regnete nicht, in unserer Straße pfeiffte der Wind nicht so durch und es schien viel die Sonne. Wer hätte damit am Morgen gerechnet. Das Lied „Über Köln da lacht die Sonne. Über Düsseldorf die Welt“ passte besser denn je.

Rosenmontag in Köln Rosenmontag in Köln
Die Reitercorps mussten ihre Pferde ja leider zu Hause lassen. Ich gönnte den Pferden einen leisen, ruhigen, unstressigen Tag. Die Reiter hatten sich teilweise Steckenpferde als Ersatz besorgt. Kamelle flog massenweise von den Wagen. Die Mädels hatten ihre kleinen Büddel schnell mit vielen kleinen und großen Täfelchen Schokolade und anderem Süßkram gefüllt. Wir mussten echt aufpassen, dass uns (und den Mädels) nichts davon auf den Kopf fliegt. Es wurden nämlich auch große Pralinenschachteln geworden.
Rosenmontag in Köln
Ich glaube am meisten Kamelle hat der FC Köln geworfen. Es flog Kamelle wie Konfetti vom großen roten Wagen. Wahnsinn. Die Mädels haben sich ganz schnell abgeguckt, laut „Kamelle!“ zu rufen. Zu putzig. Ein paar Strüßche (Blumensträuße) habe ich sogar auch abgesahnt. Insgesamt haben wir zwei große Säcke voll Kamelle mit nach Bremen gebracht.

Rosenmontag in Köln Rosenmontag in Köln
Als der Umzug vorbei war, haben wir uns noch leckere Burger bei Hans im Glück gegönnt. Den Laden kennen wir aus Bremen und hier essen wir gerne, wenn wir mal im Weserpark sind. Als wir uns um 18 Uhr in Richtung Hotel auf den Weg gemacht haben, war es auch allerhöchste Zeit. Der Alkoholpegel der Jecken auf den Straßen stieg zusehend. Die Leute achtetend weniger auf sich, Mitmenschen (schon gar nicht die Kinder) oder Straßenbahnen und Autos. Alleine hat mir das nie was ausgemacht. Da hatte ich meistens auch schon ein paar Bierchen getrunken 😉 Aber mit den Kindern war das schon etwas anstrengend und gefährlich.

Im Hotel war es ruhig. Noch ein, zwei, drei große Kölsch. Und dann ab zu den Mädels ins Bett.

Am Dienstag sind wir wieder abgereist. Aber bevor es auf die Autobahn Richtung Bremen ging, haben wir noch einen Abstecher in die Innenstadt zu den WDR-Arkaden und dem Maus-Laden gemacht. Da kamen die Mädels aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Sooo viele Sachen mit Maus, Elefant, Maulwurf, Jan & Henry und Konsorten. Eine Kleinigkeit durfen sie sich aussuchen und dann hieß es für uns auch schon wieder „Tschüss Köln!“

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