Von Schnullerfee und Schnullerbaum

Schnullerbaum Bremen

Meine Mädels werden groß. Ende Januar sind sie drei Jahre jung geworden. Da wurde es langsam mal Zeit, über eine Abschaffung der Schnuller nachzudenken. Naja. Nicht nur nachdenken. Weg damit!

Als sie noch Babies waren, haben uns Eltern die Dinger manchmal echt gerettet. Wenn sie beide gleichzeitig weinten, weil sie Hunger hatten. Aber erst ein Fläschchen fertig war. Dann ließ sich Baby No. 2 oft mit einem Schnuller „parken“. Zumindest so lange, bis der Hunger dann schließlich sehr sehr groß wurde. Auch die Zeit der leidigen Wachstumsschübe haben wir mit Schnullern etwas vereinfachen können. Schlechtgelaunte, miesepetrige und nölige Babies im Doppelpack (natürlich schubten sie meistens gleichzeitig) waren zufriedener, wenn sie nuckeln konnten. Seit einer ganzen Weile brauchten die Mädels ihre Schnuller tagsüber nicht mehr. Sie fragten nur danach, wenn sie müde waren. Und dann durften sie sie auch haben. Zum Schlafen. Die meisten ihrer Schnuller lagen deswegen auch im Bett.

Schnullerbaum Bremen
Gerade T. forderte bei Müdigkeit lauthals ihren „Slummer“ und ihren Lieblingskuschtierfreund. Den Löwen. Deswegen hatte ich anfangs auch Bedenken, ob wir ihr den Schnuller radikal abgewöhnen können. Ja. Es sollte radikal sein. Ganz oder gar nicht. Alle Schnuller weg. Auf einmal. Auf Nimmerwiedersehen.

Für uns war es selbstverständlich, den Kindern von der Schnullerfee zu erzählen. Diese holt die Schnuller ab und bringt als Trost ein Geschenk. Die Schnuller bringt sie dann zum Schnullerbaum, wo man sie bei großer Sehnsucht immer besuchen kann. Ich habe in der Bibliothek nach Büchern gesucht, die die Geschichte der Schnullerfee erzählen. Aber habe leider nichts passendes gefunden. Wir haben uns andere Bücher ausgeliehen, in denen zumindest erzählt wird, dass große Kinder keine Schnuller mehr benötigen, sondern diese für die Babies sind. Moritz Moppelpo* beispielsweise haben sich die Mädels sehr gerne angesehen. Sie haben es zwar verstanden, aber die eigenen Schnuller abgeben? Neinnein.

Schnullerbaum Bremen
Wir haben den Kindern viel von der Schnullerfee erzählt und es ihnen immer wieder erklärt. Dann sind wir mit den Mädels in einen Spielzeugladen gegangen. Sie wollten schon länger ihre eigene richtige Puppe haben. Bislang haben sie „nur“ mit meinen alten Puppen gespielt. Im Geschäft haben wir Ihnen erzählt, dass sie sich eine Puppe aussuchen können, die die Schnullerfee dann im Tausch für die Schnuller bringt.

Aber sie waren nicht bereit, ihre Schnuller abzugeben. Jeden Abend vor dem Schlafengehen, haben wir gefragt, ob sie ihre Schnuller für die Schnullerfee auf die Fensterbank legen wollen. Nö! Bis ich an einem Abend buntes Geschenkband dabei hatte und gefragt habe, ob sie ihre Schnuller auffädeln wollen um sie ans Fenster zu hängen. Das fanden sie super und freuten sich total darüber. Da haben sie allerdings den Ernst der Lage noch nicht verstanden 😉

Schnullerbaum Bremen
Das weitere Ins-Bett-Geh-Ritual verlief gut. Schnuller wurden nicht vermisst. Erst als sie dann wirklich im Bett lagen und ich rausgegangen bin, wollten sie diese haben. Sie weinten und wollten unbedingt ihre Schnuller wieder haben. Also bin ich mit Ihnen zur Fensterbank gegangen um zu schauen, ob die Schnuller noch am Fenster hängen. Aber da hat der Mann… ääähm… die Schnullerfee die Schnuller schon abgeholt und als Trost die Puppen gebracht. Die Freude über die Puppen war groß. Leider war dann an Schlafen nicht zu denken… Die Puppen mussten ausgezogen und gekämmt werden. Langsam musste ich ihnen beibringen, dass jetzt aber wirklich Schlafenszeit ist. Die Puppen fanden die Mädels ja schön und gut. Aber die Schnuller mussten her. Ein Drama.

Ich habe gelesen, dass man konsequent bleiben soll. Wenn die Schnuller einmal weg sind – sollen sie weg bleiben. Es war auch für uns schwierig, hart zu bleiben. Für die Kinder ist es eine Art kalter Entzug. Sie brauchten bislang immer einen Schnuller zum Einschlafen. Und von jetzt auf gleich soll das ohne gehen? Ja. Denn ihr seit jetzt groß. Ihr braucht keinen Schnuller mehr. Schnuller sind für Babies. Wir besuchen eure Schnuller bald beim Schnullerbaum. Immer und immer wieder habe ich den beiden traurigen Mädels das erklärt. Schlussendlich half kuscheln und neben sie ins Bett legen, bis sie endlich eingeschlafen sind.

Schnullerbaum BremenDie Nacht lief besser als gedacht. Ein Mädel ist früh morgens aufgewacht und hat ihren Schnuller vermisst. Sie war dann aber auch recht schnell wieder zu beruhigen.

Jetzt nach ein paar Wochen fragen sie eigentlich gar nicht mehr nach ihren Schnullern. Allerdings fällt ihnen das Einschlafen immern noch etwas schwerer als vorher.

Ich habe letzte Woche auch noch einmal Schnullerfee gespielt und habe die Schnuller zum Schnullerbaum gebracht. Der steht in einem Park auf dem Gelände vom St. Joseph Stift in Bremen- Schwachhausen und ist öffentlich zugänglich. Am Schnullerbaum werden seit 2009 Schnuller der Kinder gesammelt, die ihre nicht mehr benötigen. Oder nicht mehr benötigen sollen 😉

Schnullerbaum Bremen
Der Schnullerbaum ist eine Aktion von NUK. Am Baum hängt ein Briefkasten, in den man die Schnuller einwerfen kann. NUK spendet dann für jeden abgegebenen Schnuller Geld an die „Stiftung Lesen“ und hängt die Schnuller an den Baum.

Ich habe mit den Mädels den Schnullerbaum und ihre Schnuller natürlich auch noch besucht.

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4 Kommentare

  1. Spannend! Und herzlichen Dank für den Hinweis auf den Bremer Schnullerbaum – davon hatte ich noch nie gehört!

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Ich bin auch eher zufällig drauf gestoßen und finde den Schnullerbaum echt eine gute Sache!
      Liebe Grüße!
      Jessica

    • Hallo Yulia, mir wurde grad am Telefon vom St. Josepf Stift bestätigt, dass es den Schnullernbaum dort noch gibt. Liebe Grüße! Jessica

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