Häufige Fragen an Zwillingseltern

Kinderwagen Zwillinge

Heute möchte ich euch einen kleinen Einblick in mein Leben als Zwillingsmama geben. Undzwar darüber, wie nervig es oftmals ist bzw. war. Und damit meine ich nicht die Kinder selbst, sondern mein Umfeld.

Als die Mädels noch Babies waren, bin ich jeden Tag mit ihnen spazieren gegangen. Mit dem großen doppelten Kinderwagen fällt man natürlich auf. Und viele Passanten fühlen sich dazu animiert in den Kinderwagen zu schauen. Einen Blick beim Vorbeigehen hineinwerfen – dagegen hatte ich nichts. (Wobei ich zugeben muss, dass mich zuletzt selbst das genervt hat.) Das meinen viele Leute auch bei „nur“ einem Baby im Kinderwagen machen zu müssen. Aber was mich richtig störte: Die Menschen, die anhalten. Die sich womöglich noch umdrehen und zurückgehen. Und – auch das habe ich erlebt – fragen, ob ich mal den Sonnenschutz kurz abnehmen könnte. Man könnte die Babies ja gar nicht sehen. Aber am Allerallerallerschlimmsten sind die Menschen – häufig ältere Damen, die die Babies anfassen und streicheln (wollen). Da flippste aus. Da fühlt man sich wie im Zoo. Wenn ich dann darum gebeten habe, das bitte nicht zu tun, erntete ich häufig Unverständis. „Ich fasse Sie doch auch nicht einfach an!“ sagte ich oft.  Ich verstehe dieses Phänomen nicht. Klar. Babies sind süß. Und in doppelter Ausführung erstrecht. Aber dass man fremde Babies nicht unbedingt anfasst, ist für mich eigentlich selbstverständlich.

Ganz furchtbar fand ich die ziemlich indiskreten Fragen vieler Leute.

Die nervigsten Fragen, die Eltern von Zwillingen gestellt werden
Fremde Leute. Leute die ich nicht kenne und mir zufällig auf der Straße begegnet sind. Sie sind oft neugierig und/oder unverschämt gewesen. Auch hier habe ich eine Anekdote von der weniger netten Art. Ich spazierte mit den Mädels über den Marktplatz. Eine Frau sah mich kommen und sagte zu ihrem Mann „Guck mal, Zwillinge. Da würde ich mich erschießen!“ Auch Sprüche wie „Ach du Sch…!, gleich zwei Babies!“ kamen manchmal in meine Richtung. Und ich wusste anfangs nicht, was ich dazu sagen soll. Sprachlos und fassungslos stand ich da. Glücklich mit den beiden gesunden Babies. Und sauer und traurig über diese Menschen, die einfach keine Ahnung haben!

Viele Leute wollen einem nur ein Gespräch aufzwängen. Der Einstieg lautete oftmals: „Sind das Zwillinge?“ Smaltalk vom Feinsten. Da wäre ich am liebsten schon schreiend weggelaufen. Meine Anwort lautete meistens „Nein, Elefanten.“ Dann haben sie selbst gemerkt, wie dämlich diese Frage war. Wenn doch mal ein Gespräch zustande kam, kam meistens eines bei raus: Die Frau/Mann die/der mich angesprochen hat, ist selber Zwilling. Oder hat selber Zwillinge. Aber auf jeden Fall kennt sie/er jemanden, der auch Zwillinge hat. Ja. Spannend. Nicht.

Schön auch, die äußerst indiskrete Frage „Sind die Zwillinge natürlich entstanden oder durch künstliche Befruchtung?“ Als ich diese Frage das erste Mal von jemand Fremdes gehört habe, ist mir alles aus dem Gesicht gefallen. Wie frech und dreist. Hat jemand von euch Einlingsmamas jemals diese Frage gestellt bekommen? Ich glaube nicht…

Habt ihr noch Lust auf die geballte Ladung mehr oder weniger unverschämter Fragen an Zwillingseltern?

  • Seit wann wissen Sie, dass es Zwillinge werden?
  • Sind sie sich sehr Ähnlich? Darauf habe ich hier ja schon einmal geantwortet 🙂
  • Wie weit sind sie auseinander?
  • Das ist dann ja ein Abbacken!
  • Anstrengend, oder? Auch darauf habe ich schon ausführlicher geantwortet 😉
  • Haben Sie Hilfe und Unterstützung?
  • Wieviel zu früh sind die Zwillinge zur Welt gekommen?
  • War es eine natürliche Geburt oder Kaiserschnitt?
  • Haben Sie Zwillinge in der Familie?

Die nervigsten Fragen, die Eltern von Zwillingen gestellt werden
Auch schön ist die Frage: „Mädchen und Junge? Schön, ein Pärchen!“ Nein, zwei Mädchen. Beide haben eigentlich immer Kleidung in rot, rosa, lila, etc. an. Es ist jedenfalls auf den ersten Blick zu erkennen, dass es zwei Mädchen sind. Dazu erzähle ich euch auch eine nette Geschichte: Eine Dame fragte mich nach den Namen der Kinder. Ich: „Die in der roten Jacke heißt T. und die in der rosa Jacke heißt F.“ Wir unterhielten uns kurz weiter und sie fragte nocheinmal. Wie heißen die Beiden? Rosa und .. der Junge?“ Aaaaaaaah!!!

Ich hätte mir das vorher niemals vorstellen können. Der Mann konnte manchmal auch nicht verstehen, dass mir Spazierengehen keinen Spaß macht und mich nervt. Aber nach ein paar Gängen, die er alleine mit den Babies draußen war, konnte er es nachvollziehen. Wenn auch er etwas freundlicher zu den Passanten war.

Natürlich gab es auch viele nette Bekanntschaften. „Oh wie schön! Gleich doppeltes Glück!“ Und man kommt schnell mit anderen (Zwillings-)Mamas in Kontakt.

Heute bin ich echt froh, dass meine Mädels nun Kleinkinder sind. Den Kinderwagen haben wir nicht mehr dabei. Und wenn ich mit den Kindern zu Fuß, mit Laufrad oder Fahrradanhänger unterwegs bin, interessiert sich kaum noch jemand Fremdes für uns. Ich finde das sehr sehr angenehm. Die Kinder werden manchmal für Freundinnen gehalten. Dadurch, dass sie sich auch kaum ähneln, ist nicht offentlichtlich, dass sie Geschwister – oder sogar Zwillinge sind. Manch einer fragte schon: „Wie viel Jahre sind die Beiden denn auseinander?“ Auf meine Antwort „Eine Minute“ erntete ich dann fragende Blicke. Das finde ich wiederum schon witzig.

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8 Kommentare

    • Das fand ich schön und hab mich drüber gefreut. Aber leider überwogen die dusseligen Fragen und Kommentare…

  1. Hihi, ich kann mich an diese Fragen auch noch total erinnern. Meistens kam die Frage oh Junge und Mädchen? Sind die natürlich entstanden? (wir haben zwei Jungs) – abr die Frage nach der Natürlichen Entstehung fand ich am schlimmsten, einfach weil es schon eine sehr private Frage ist, die ich Fremden so nie stellen würde.

    • Stimmt. Manche Leute sind echt unverschämt. Ich bin froh, dass ich nun kaum noch solch doofe Fragen gestellt bekomme…

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