Anstrengend, oder? Die erste Zeit mit Zwilllingen

Anstrengend mit Zwillingen?

Eine der häufigsten Fragen, die mir als Zwillingsmama gestellt wurde. Und hin und wieder immernoch gestellt wird. Anstrengend mit Zwillingen, oder?

Die Antwort lautet: Ja.
Na klar ist das anstrengend.

Aber: Ist es mit Baby nicht immer anstrengend? Egal, ob eins, zwei oder mehr?

Meine Antwort auf die Frage: Anstrengend mit Zwillingen?Ich kenne es nur mit zwei Babys. Von Anfang an musste ich mich um Zwei kümmern und habe keinen Vergleich, ob es mit einem Baby vielleicht weniger anstrengend gewesen wäre. Manchmal dachte ich „Mit einem Baby muss es ganz schön langweilig sein…“ Ich war jedenfalls mit meinen beiden Mädels immer in action.

Mein Leben mit den Babys war komplett anders als vorher. Zack. Von einem auf den anderen Tag sind da zwei Babys zu Hause um die man sich kümmern muss. Alles dreht sich um die Kleinen. Der vorherige Tagesablauf ist völlig über Bord geworfen.

Meine Antwort auf die Frage: Anstrengend mit Zwillingen? Es dauerte eine Weile, bis wir drei uns eingegroovt haben. Aber rückblickend gesehen waren unsere ersten Monate im Großen und Ganzen relativ „entspannt“.

Als Mama von Zwillingen muss man improvisieren

Hier und da habe ich mir Improvisationen „gebaut“ um mich gleichzeitig um beide Babys kümmern zu können. Ich habe mir zum Beispiel jedes Mal, wenn ich beiden Mädels ihr Fläschchen gegeben habe, eine gemütliche Ecke mit Stillkissen auf dem Sofa eingerichtet. Die Mädels hatten es dann beim Trinken gemütlich und sie konnten gleichzeitig trinken.

Meine Antwort auf die Frage: Anstrengend mit Zwillingen?Die lütten Mädels haben viel geschlafen. Zwischendurch gab es ein zwei Fläschchen. Es wurde etwas gespielt, frische Windeln angezogen. Dann wurde weiter geschlafen. Vielleicht haben sie schon als Baby gut geschlafen, weil sie immer jemanden neben sich liegen hatten?! Mit zunehmendem Alter wurde der Schlaf tagsüber aber immer mehr überbewertet.

Deswegen bin ich irgendwann dazu übergegangen, den Mittagsschlaf in den Kinderwagen zu verlegen. Das hat immer geklappt. Mädels reingelegt. Losgeschoben. Zwei ratzende Mädels. Check. Dem Stress mit dem „Wie krieg ich die Mädels jetzt bloß zum Schlafen, ohne dass sie sich gegenseitig wachhalten und wieder wecken?“ bin ich damit gekonnt aus dem Weg ge…schoben.

Meine Antwort auf die Frage: Anstrengend mit Zwillingen?Das „Problem“ daran: Ich durfte nicht stehenbleiben. Sobald ich nur vor einen roten Ampel Halt machte, gingen im Kinderwagen mindestens zwei kleine Äuglein auf. Also schob und schob und schob ich. Meine nähere und auch weitere Umgebung kenne ich seit dem sehr gut. Frische Luft und Bewegung ist auch nicht das Schlechteste. Das Einzige, was zu kurz kam: Essen. Hier ein Brötchen auf die Hand. Da mal schnell einen Schokoriegel reinschieben. Gesund und nahrhaft ist was anderes.

Die ersten Nächte mit zwei Babys sind wirklich anstrengend

Wie die ersten Nächte mit Zwillingen sind, könnt ihr euch vielleicht vorstellen. Wenn man Glück hat, schlafen sie zur gleichen Zeit und wachen etwa zeitgleich hungrig auf. Wir hatten dieses Glück (Danke Zwillingsgott). Ich hatte außerdem Glück, dass ich einen guten Mann habe, der jede Nacht alle 3-4 Stunden mit mir aufgestanden ist und den Mädels ihre Fläschchen zubereitet hat. Wir haben das nachts meistens zusammen gemacht. Dann waren wir schneller fertig und konnten alle fix weiterschlafen. Wenn ein Elternteil mal total platt war, haben wir uns die Nächte aufgeteilt.

Meine Antwort auf die Frage: Anstrengend mit Zwillingen?Trotzdem waren die Nächte und der wenige Schlaf echt anstrengend. Aber irgendwie hat man das geschafft.

Anstrengend waren auch die Zeiten der Wachstumsschübe, der Zähne und Krankheiten. Wobei… Wachstumsschübe und Krankheiten sind auch heute noch anstrengend. Alle paar Monate gibt es da so ein paar Tage, in denen die Mädels unausstehlich sind… Ich freu mich schon auf die Pubertät. Uff. Mit den Krankheiten wechseln sie sich meistens auch ab. Im letzten Herbst haben sie die Windpocken aus dem Kindergarten mit nach Hause gebracht. Das waren harte 2 Wochen zu Hause in „Quarantäne„.

Die Wachstumsschübe als Babys haben die Mädels grundsätzlich nicht gleichzeitig durchgemacht. F. war meistens etwas eher dran und hat uns damit quasi schon „vorgewarnt“, dass ihre Schwester demnächst auch etwas nöliger sein wird. Wenn ihr Mama seid, kennt ihr das. Plötzlich darf Mama sich nicht aus dem Sichtfeld bewegen. Und am liebstens die ganze Zeit tragen. Mit „nur“ einem Baby kriegt man das vielleicht irgendwie hin. Aber mit zwei Babys eben nicht immer. Wie oft musste ich ein Baby weinen lassen, weil ich mich nun mal grad um das andere kümmern musste. So gemein das klingt. Aber da musste ich lernen, auf Durchzug zu schalten um nicht durchzudrehen. Eins nach dem anderen. Welches Baby hat grad das größere Problem. Und danach kümmere ich mich um das andere. Anstrengend.

Meine Antwort auf die Frage: Anstrengend mit Zwillingen?Worüber ich doppelt froh bin: Keines der Mädels war ein dauerbauchwehgeplagtes Kind im Babyalter. Hätte ich nur ein oder womöglich zwei solcher Babys gehabt, dann hätte ich das Versorgen alleine vermutlich nicht geschafft.

So hab ich immer alles ganz gut ohne Hilfe hinbekommen. Mit einer helfenden Hand ging natürlich alles schneller und war praktischer. Dann musste ich z.B. zum Spaziergang nicht drei Mal die steile Altbautreppe rauf- und runterlaufen, um Baby 1, Baby 2 und Gepäck runterzutragen.

Anstrengender wurde es insgesamt, als die Mädels anfingen, sich fortzubewegen. Natürlich immer in zwei verschiedene Richtungen. Zu zwei verschiedenen potentiellen Gefahrenquellen. Oder um zwei verschiedene Schränke und Regale auszuräumen. Da war ich sehr froh, dass der Mann Elternzeit hatte und mich ein paar Wochen zu Hause unterstützt hat.

Meine Antwort auf die Frage: Anstrengend mit Zwillingen?Heute frage ich mich manchmal selber, wie ich das alles gewuppt habe, als die Mädels Babys waren… In 4 Jahren, wenn die Mädels 8 sind und zur Schule gehen (Huch!) werde ich mich vermutlich fragen, wie ich das alles gewuppt habe, als die Mädels im Kindergartenalter waren.

Mit den Jahren wird es anders anstrengend

Denn ja: Heute ist es auch noch anstrengend. Es wird mit den Jahren nicht unbedingt weniger anstrengend. Es wird anders anstrengend. Meine „Arbeit“ besteht nun eher darin, Streit zu schlichten und die Mädels z.B. davon zu überzeugen, dass Sandalen bei 5 Grad keine gute Idee sind. Mit Trotz und Co. wird es hier bestimmt auch in den nächsten Jahren nicht langweilig werden.

Aber es wird andererseits auch entspannter. Irgendwann fingen die Mädels an, sich nicht nur alleine zu beschäftigen, sondern auch zusammen zu spielen. Manchmal sogar ganz ohne Streit 😉
Inzwischen brauchen sie nicht mehr oft meine Hilfe. Und manchmal sehe ich sie sogar den ganzen Tag nicht. Denn neuerdings verabreden sie sich mit ihren Freunden. Total schön, dass sie gerne woanders sind und dort spielen. Aber so alleine zu Hause ist es dann schon ganz schön ruhig und leer.

Hach ja. Meine Mädels. <3 Als ich in den alten Fotos gestöbert habe, um Fotos für diesen Beitrag zu finden, ist mir wieder aufgefallen, wie groß sie jetzt schon sind. Ich blätter mal ganz sentimental weiter in den Fotoalben…

Meine Antwort auf die Frage: Anstrengend mit Zwillingen?Wenn ihr noch mehr über mein Zwillingsmamadasein lesen wollt: Hier habe ich vor einer Weile darüber geschrieben, welche mehr oder weniger unverschämten Fragen mir sonst noch gestellt wurden, als ich mit den zwei kleinen Babys unterwegs war.

Hilfe für Eltern von Zwillingen

Zum Schluss noch ein paar Worte an euch, liebe werdenden Zwillingsmamas und -Papas!

Macht euch nicht verrückt! Es wird schon alles klappen. Die Babys sind meistens gut zu einem und ich für meinen Teil habe mir vorher einen viel zu großen Kopf gemacht. Natürlich. Man hat ja keine Ahnung, was genau auf einen zukommt. Und das ist auch gut so 😉

Falls es doch mal zu viel wird, gibt es ein paar Stellen, die (frischgebackenen) Eltern Hilfe anbieten:

Ich war außerdem sehr froh, dass ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis einige Zwillingseltern habe. Die konnte ich immer ausfragen und mit Ängsten zu ihnen kommen. Und wenn ich kann, helfe ich frischgebackenen Zwillingseltern inzwischen selber gerne weiter. Ich weiß ja genau, wie das damals war. Mit zwei Babys und keinem Plan.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*