Werders Abstiegskampf – das brauch ich nicht noch einmal

Weserstadion

Die Überschrift sagt eigentlich schon alles aus.

Abstiegskampf. Mein Verein. Werder Bremen im Abstiegsschlamassel. Puh! Das war anstrengend. Für mich und alle anderen Fans. Für die ganze Stadt. Aber so im Nachhinein war es auch irgendwie schön. Ganz Bremen war in den letzten Wochen grün-weiß. Diese Liebe zum Verein und die Unterstützung, die Werder so dringend brauchte, war überall zu spüren.

In ganz Bremen hingen Fahnen und Flaggen aus und an Fensterscheiben. Auch bei uns zu Hause natürlich. Viele Firmen und öffentliche Gebäude haben sich grün-weiß geschmückt und beflaggt. Ein großer Banner hing an der Teerhofbrücke in der Innenstadt. Wenn ich in den Straßen unterwegs war, habe ich diese grün-weiße Welle mitgenommen. Falls ihr es noch nicht längst gemacht habt: Gebt mal #morshoch oder #greenwhitewonderwall zum Beispiel bei Twitter oder Instagram ein. Da findet ihr viele, wenn nicht sogar sehr viele, Fotos. Haaach… So schön!

Weserstadion
Klar hat Werder den Großteil der vergangenen Saison ordentliche Grütze gespielt. Es gab nur wenige Ausreißer, die einem Hoffnung gemacht haben. Eigentlich kann diese Mannschaft ja was. Warum spielen sie nicht immer so, wie z.B. im Pokal gegen Leverkusen.

Zu Heimspielen ins Weserstadion zu gehen hat auch schon mal mehr Spaß gemacht als 2015/2016. Nur traurige 5 Heimsieg gab es hier für uns. 3 davon in den letzten Spielen, als es wirklich um die Wurst ging. Manchmal war es Pech, manchmal einfach Unvermögen. Aber der Mann und ich sind natürlich Woche für Woche wieder ins Stadion gegangen. Abwechselnd. Weil wegen der Mädels. Aber in ein paar Jahren gehen wir dann einfach immer alle 4 zusammen 😉

Weserstadion
Werder hat oft nicht schön gespielt und es hat wenig Spaß gemacht, zuzusehen, wie sie wieder Tore kassieren es aber nicht hinkriegen, selber ein Tor zu schießen und womöglich die Spiele sogar zu gewinnen. Aber irgendwie konnte ich mir die ganze Zeit nicht wirklich vorstellen, dass Werder absteigt. Das geht doch nicht!

Mit der #greenwhitewonderwall im Rücken gegen den Abstieg

Als es am 32. Spieltag richtig eng in der Tabelle wurde, wurden die Fans richtig laut. Die #greenwhitewonderwall wurde ins Leben gerufen. Wir sangen im Stadion „and maaaayyybeeee…“ und empfingen den Mannschaftsbus am Weserstadion. Zu hauf. In anderen Städten wird die abstiegsbedrohte Fußballmannschaft vielleicht ausgepfiffen und bepöbelt. In Bremen wird ihnen zugejubelt. Haaach… Ich bin schon ein bisschen stolz.

Das Heimspiel gegen Stuttgart war der Knaller! Es wurden Klatschpappen im Stadion verteilt. Kennt ihr. Diese Papierdinger zum Falten. Die einen ordentlichen Krach machen wenn man sie aneinander haut. Das Stadion war damit echt laut. Sehr gut. Und aus dem Lautsprechern  und den Fanmündern klang der Oasis Klassiker. Nach diesem Spiel war ich fix und fertig. Das Spiel, die Stimmung. Einfach alles war perfekt und kaum zu fassen. Werder hat 6:2 gewonnen. Daswarderwahnsinn! So kann man doch nicht absteigen! Unmöglich.

Weserstadion
Aber diese Leistung im nächsten Spiel einfach wiederholen und den Klassenerhalt damit zu sichern, dass man Köln wegputzt. Nö. Das wäre zu einfach gewesen. Und nicht Werder. Blöderweise haben die anderen Mannschaften, mit denen sich Werder um den Klassenerhalt stritt, an diesem Spieltag gewonnen.

Es wurde nochmal richtig spannend im letzten Spiel gegen Frankfurt. Einen direkten Konkurrenten. Und wir wussten schon, dass wir nicht im Stadion sein können. Aaaaaahhhh…. Aber wir hatten wenigsens was anderes Tolles vor: Wir weilten über Pfingsten nämlich im Weserbergland. Auf dem kleinen aber sehr schönem Festival OBS. Das Orange Blossom Special in Beverungen. Da sind wir im vergangenen Jahr auch schon gewesen.

Das kleine Städtchen Beverungen hat eine Kneipe. In der haben wir uns am Samstag gegen 13 Uhr zwei Tische ergattert um das entscheidende Werderspiel hier (leider in Konferenz) anzugucken. Die Kneipe war von vielen Werderfans besucht. Aber auch Hamburger und Bayern wollten die Spiele ihrer Mannschaften sehen. Pöh! Was gibt’s denn bitte Spannenderes als Werder gegen Frankfurt!

Werder Bremen
Mir graute ziemlich vor der Konferenzschaltung. Und dem „Toooooor aus Bremen“-Ruf. Was wenn Frankfurt jetzt ein Tor geschossen hat?! Bis zur 88. Minute bin ich schon einige Tode gestorben. Nervosität bis zum Abwinken. Im Kopf schon den Kalender durchgegangen und die Termine für die Relegationsspiele gecheckt. Dann fiel das Tor für Werder!

Die Kneipe explodierte. Ich explodierte. Ganz Bremen explodierte. Und jetzt nur doch ein paar Minuten irgendwie durchhalten und kein Gegentor kassieren. Werder schaffte es bekanntlich. Abpfiff. Tränen flossen. Vor Erleichterung. Erst da habe ich gemerkt, was das überhaupt für eine Anspannung war in den letzten Minuten, Stunden, Tagen und Wochen. Herrje.

Werder hat´s echt geschafft! Klassenerhalt! Und das direkt. Ohne diese dusseligen Relegationssspiele.

Bei Twitter verfolgte ich das Geschehen vor, während und nach dem Spiel. Das war wirklich der Wahnsinn! Diese grün-weiße Menschenmenge erst vor dem Spiel am Stadion beim Empfang des Mannschaftsbusses und dann später auf dem Spielfeld, als der Rasen gestürmt wurde. Immer wieder Gänsehaut. Ich schaute mir viele Bilder und Videos an. Und ich bin echt happy, Werderfan zu sein. Die sind toll! Die ganze Stadt, der Verein. Echte grün-weiße Liebe.

Nach dem Kneipenbesuch ging es für uns auf das Festivalgelände. Und das Geherze und Freuen ging weiter. Ich hatte mein neues Werder T-Shirt an. „This is Osterdeich“. Das hatten wir kurz vor Abfahrt nach Beverungen noch im Fanshop am Weserstadion gekauft. Es sollte Glück bringen! 🙂

Abstiegskampf Werder Bremen
Ich wurde von wildfremden Menschen (gar nicht unbedingt Werderfans) angesprochen, beglückwünscht und umarmt. Werder ist beliebt. Deutschlandweit. Das hat wohl seinen Grund. 🙂

Ja. Es ist schön, Werderfan zu sein! Aber Abstiegskampf muss ich sobald nicht nochmal haben. Also Werder! Macht was, damit nächste Saison für meine Nerven etwas entspannter wird. Und Fußball wieder richtig Spaß macht.

Und zum Schluss habe ich noch einen schönen Artikel aus der Süddeutschen Zeitung für euch. Aber Achtung, Gänsehautalarm.

 

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