Ein Seminar über Kaffee bei Lloyd Caffee in Bremen

Llody Caffee Bremen

Kaffee. Grundnahrungsmittel für viele. Erstrecht für Eltern kleiner Kinder. So wie ich. Wobei ich mich über den Schlaf meiner Mädels nicht beklagen kann und will. Aber so oder so. Ich bin morgens immer müde. Also: Erstmal ein Käffchen schlürfen. Danach kann man sich auch mit mir unterhalten 😉

Käffchen schlürfen. Dazu lud die Bremer Kaffeerösterei Lloyd Caffee die Nordblogger vor kurzem ein. Und obendrauf wurde mir und den anderen Bloggerinnen aus Bremen noch allerei Interessantes zu Kaffee – speziell aus Bremen erzählt. Und am Ende wurde sogar die Röstmaschine für uns angeworfen und live demonstriert, wie Kaffee rösten so abläuft.

Aber fangen wir mal am Anfang des schönes Nachmittags bei Lloyd Caffee an. Die Rösterei samt Café und Shop hat seinen Sitz in der Bremer Überseestadt. Mitten im Hafengebiet. Zwischen großen Kränen und Containern. Das hat was. Und nebenan ist die Weser. Zwischen den vielen großen Gebäuden erstrahlt an einem ein großes „Kaffee HAG“ Logo. Hier hat aber Lloyd Caffee seinen Sitz. Man erreicht es über die Straße Fabrikenufer an der Weserseite.

Als ich ankam, war ich überrascht, dass man draußen so nett sitzen kann. Auch das Café drinnen ist schön gemütlich. An einem Sonntag Nachmittag zur besten Kaffee- und Kuchenzeit war es bei Lloyd Caffee recht gut besucht. Es hat sich wohl rumgesprochen, dass es hier nicht nur leckeren Kaffee, sondern auch leckeren Kuchen gibt.

Llody Caffee Bremen
Früher hatte Kaffe HAG seinen Sitz in diesem Gebäude. Wie man von außen ja auch immer noch sehen kann. Seit 2009 röstet Lloyd Caffee in diesem denkmalgeschützen Haus seinen Kaffee.

Kaffeeseminar bei Lloyd Caffee in der Bremer Überseestadt

Wir wurden vom Röstmeister Christian Ritschel begrüßt. Er führte uns in den Marmorsaal des Hauses und erzählte uns viel Interessantes über Ludwig Roselius. Roselius kam damals auf die Idee, Kaffee zu entkoffeinieren und gründete die Firma Kaffee HAG.

Marmorsaal bei Llody Caffee Bremen
Als diese Firma später verkauft wurde und das Gebäude leerstand, war für Lloyd Caffee klar, dass sie gerne in dieses kaffeegeschichtliche Fabrikgebäude einziehen möchten.

Marmorsaal bei Llody Caffee Bremen
Nach dem Abstecher in den Marmorsaal durften wir im Café verschiedene Kaffees probieren, vergleichen, trinken und köstlichen Apfelkuchen schlemmen. Christian Ritschel hat locker und unterhaltsam zum Beispiel von Kaffeesorten und Anbaugebieten erzählt. Wusstet ihr zum Beispiel:
Daaamals. Also so vor 14.000 Jahren. Da wurde Kaffee gegessen. Die Kaffeekirsche samt Kaffeebohne. Als Powersnack. Christian sagte so schön: „3 Kaffeekirschen und der Tag ist dein Freund! Besser als jeder Energydrink.“

Llody Caffee Bremen
Heute wird die Kaffeebohne aus der Kaffeekirsche gelöst und anschließend getrocknet. Das ist eine Heidenarbeit über viele Wochen. Die Bohnen werden von Hand ausgebreitet und gewendet. Abends kommt eine Plane drüber. Morgens kommt die Plane wieder runter.

Kaffee kann man auch als Tee trinken

Aus dem übrig gebliebenen Fruchtfleisch wird Dünger gewonnen. Oder es kann auch (getrocknet) als Tee getrunken werden. Soll geschmacklich Hagebuttentee etwas ähneln. Diesen Tee hatte Lloyd Caffee auch mal im Angebot. Allerdings war (durch den langen Transportweg) das Fruchtfleisch in Bremen angekommen, etwas modderich und hätte besser schmecken können. Deswegen wird der Tee heute nicht mehr angeboten.

Nun aber an die Praxis 🙂 An die Röstmaschine. Diese macht einen ordentlichen Krach und erhitzt dabei in einer großen Trommel die rohen Kaffeebohnen. Viele Kaffeebohnen. So 60 kg Böhnchen machen 3-4 Mal täglich den Weg durch die Röstmaschine bei Lloyd Caffee. Wenn die Kaffeebohnen in der Trommel anfangen zu knacken, sind sie ca. 200 Grad heiß und somit bereit für eine Abkühlung. Ab geht´s in das Röstsieb! Zack! Alle Bohnen kommen eine Etage tiefer, werden dort gerührt und dabei wieder abgekühlt. So werden aus 60 kg Rohkaffee 50 kg gerösteter Kaffee.

Llody Caffee Bremen

Röstmaschine bei Llody Caffee Bremen

Kaffee rösten bei Llody Caffee Bremen
Es gibt zwei verschiedene Röstarten: Hell und dunkel (Espresso). Ich hätte es nicht vermutet, aber Espresso ist bekömmlicher als Kaffee. Er hat weniger Reiz- und Bitterstoffe und auch (Überraschung!) weniger Koffein.

Der ganze Röstvorgang dauert bei Lloyd Caffee ca. 20 Minuten. Zum Vergleich: Bei großen Röstereien dauert das nur 90 Sekunden. Ihr könnt euch denken, welcher Kaffee am Ende besser schmeckt. Und natürlich erklärt das auch den vergleichsweise höheren Preis. Außerdem werden bei Llyod Caffee Kaffeebohnen kleiner Bauern und damit besserer Qualität verwendet. Aber für gute Qualität und Geschmack bezahlt man ja gerne mal ein paar Euronen mehr. Finde ich jedenfalls.

Kaffeeseminar bei Llody Caffee Bremen
Aber auch viele andere Kunden wissen das zu schätzen. Lloyd Caffee verkauft 40-45 Tonnen Kaffee im Jahr. Überwiegend an Privatpersonen. Im Café und – na loogooo –  auch online.

Projektkaffees von Lloyd Caffee – eine gute Sache

Eine richtig gute Sache von Lloyd Caffee finde ich deren Projektkaffees. Zur Zeit gibt es drei Projektkaffees. Aprolma aus Honduras, Lampocoy aus Guatemala und Ndurutu aus Kenya. Mit den Projektkaffees hilft Lloyd Caffee den Menschen auf den Kaffeeplantagen dabei, besser leben zu können. Lloyd Caffee kauft nämlich direkt bei ausgewählten Kooperationen ein. Das bringt den Bauern für ihre Kaffeebohnen den besten Preis. Sie können von ihrer Arbeit leben und auch in neue Ernten investieren. Daumen hoch! Mit jedem verkauften Paket Projektkaffee werden zusätzlich soziale Projekte vor Ort untersützt. Zum Beispiel für Initiativen für Schulen, Bildung, Gesundheitsstationen und Frauen- und Menschenrechte. Aber auch Infrastruktur und umweltfreundliche Anbaumethoden werden unterstützt. Noch ausführlichere Informationen zum Projektkaffee könnt ihr hier nachlesen.

Kaffeeseminar bei Llody Caffee Bremen
Und nun habe ich noch ein paar praktische Tipps für euch!

Tip No. 1

Habt ihr vielleicht auch so einen Espresso-Kocher zu Hause? So einen Klassiker in achteckig meine ich. Wir (bislang) schon. Schmeißt die Dinger weg. Fix. Ihr nehmt massenweise Aluminum damit auf. Dass Aluminium nicht gerade gesund ist, hat wohl jeder mitbekommen bei den vielen Aluminum-in-Deo-Diskussionen. Besser sind zum Beispiel solche Espressokocher aus Edelstahl*.

Tip No. 2

Bist du Alleinkaffetrinker zu Hause? Oder im Büro? Christian hat uns für die Zubereitung von einzelnen Tassen Kaffee diesen Aparillo empfohlen. Aeropress* heißt das Teil. Vielleicht ist das ja auch was für euch.

Tip No. 3

Kaffee fühlt sich in einer Dose nicht wohl. Der Kaffee ist dort nicht luftdicht verschlossen und verliert an Aroma. Verschließt lieber die Packung Kaffe mit einer Klammer und dann könnt ihr es auch in einer Dose aufbewahren. Lloyd Caffee verkauft übrigens auch schicke Dosen.

Wir haben noch viel mehr Wissenswertes und Interessantes über Kaffee gehört und gelernt. Aber ich glaube, ich habe euch für heute genug davon erzählt.

Wenn ihr nun selber mal an so einem Seminar teilnehmen möchtet, kommt einfach zu den Terminen vorbei.

Termine für die Kaffee-Seminare bei Lloyd Caffee sind:

  • jeden Montag 11 Uhr
  • jeden 1. Freitag im Monat 15 Uhr
  • jeden 1. Sonntag im Monat 15.30 Uhr

Anmelden müsst ihr euch nicht. Die Termine finden immer statt, auch wenn ihr die einzigen Besucher seid. Das zweistündige Seminar kostet 10 €. Gutscheine für das Kaffeeseminar kann man übrigens auch kaufen. Falls ihr mal auf der Suche nach einem Geschenk seid.

Llody Caffee Bremen
Vielleicht sehen wir uns bald zu Kaffee und Kuchen am Holzhafen!

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